Grundkurs Fotografie: Blende, ISO, Zeit

Grundkurs Fotografie: Blende, ISO, Zeit Mit diesem Beitrag möchte ich eine Serie mit Tipps rund um die Fotografie starten. Ich werde jede Woche einen Beitrag schreiben, indem ich über interessante Themen der Fotografie schreibe, die ein möglichst breites Spektrum an Personen ansprechen soll. Darunter Einsteiger, ambitionierte Hobbyfotografen und weitere. Da ich mich selbst nicht als Profi bezeichne und es für mich auch noch eine Menge zu lernen gibt, hält sich der Content mit der Zielgruppe Profi eher in Grenzen. Das erste Thema ist, wie man der Überschrift entnehmen kann, ‘Grundkurs Fotografie: Blende, ISO, Zeit’. Hier noch eine kurze Übersicht was euch diesen Monat noch erwartet:

Grundsätzlich empfehle ich im manuellen Modus zu fotografieren, jedoch ist das nicht immer ganz einfach, denn dazu sollte man wissen, wie man ran geht und welcher Parameter sich wie auswirkt. Oberste Regel dabei ist: Ausprobieren! Wichtig vorab ist auch, dass zwei unterschiedliche Kameras mit gleichen Einstellungen unterschiedliche Bilder produzieren können.Das hängt damit zusammen, dass die unterschiedlichen Prozessoren die Informationen anders verarbeiten, was zu einem veränderten Bildergebnis führen kann.

Blendenöffnung: 

Darstellung des Schärfebereiches anhand von Beispielen Man unterscheidet zwischen zwei Arten Blende, die Blendenstufe und Blendenöffnung. Die englisch sprechende Bevölkerung hat es da etwas leichter, die kennen die Begriffe f-stop und aperture. Die Blendenöffnung wird im englischen mit aperture übersetzt und bezeichnet die Öffnung im Objektiv durch die Licht einfällt. Die Blendenöffnung beeinflusst die Schärfentiefe, also den Bereich in welchem das Bild scharf wird. Zwar ist der Fokus der Kamera auch dafür verantwortlich, jedoch auf eine andere Weise. Der Fokus legt den Punkt fest der definitiv scharf ist, die Blendenöffnung regelt, wie viel um diesen Bereich rum noch scharf wird. Eine große Blendenöffnung wird auf dem Kameradisplay durch eine kleine Blendenzahl dargestellt. Bei den meisten Kit-Objektiven ist die kleinstmögliche Blende f3.5, es gibt aber auch sogenannte Festbrennweiten, die dann eine größtmögliche Blende von f1.8-1.4 haben, jedoch ist es bei denen nicht möglich die Brennweite zu verändern. In dem rechten Bild befindet sich ein und das selbe Motiv, fotografiert mit unterschiedlichen Blendenöffnungen. Bei kleineren Blendenöffnung kann es passieren, dass der Schärfebereich alle Teile im Bild umfasst. Jedoch ist zu beachten, dass bei einer kleinen Blendenöffnung eine Beugungsunschärfe entsteht. Die förderliche oder optimale Blende ist von Objektiv und Kamera abhängig, es kann nicht pauschal gesagt werden, welche nun die förderliche Blende ist. Jedoch gilt als Faustregel: Ab f16 kann’s kritisch werden. Jedoch sollte man, zuerst alle anderen Unschärfequellen eliminieren, da die Beugungsunschärfe in den meisten Fällen das kleinste Übel darstellt. Die oben erwähnten Festbrennweiten werden gerne für Porträt-Aufnahmen verwendet, da mit Ihnen ein sehr gutes Freistellen möglich ist.  Das bedeutet durch eine weit offene Blende ist es möglich, die Person vom Hintergrund abzuheben, freizustellen. Das Auge des Betrachters kann sich ganz auf die Person konzentrieren und wird nicht durch einen störenden Hintergrund abgelenkt.

MERKE: Je größer die Blendenöffnung (kleinere Zahl), desto geringer ist die Schärfentiefe. Ergo, Je kleiner die Blendenöffnung (große Zahl), desto höher ist die Schärfentiefe.

Blendenstufe:

Die Blendenstufe bezeichnet entweder den Faktor zwei, oder den Faktor 1/2. Das heißt die Aussage “Das Bild ist eine Blende zu dunkel” bedeutet, dass jenes Bild doppelt so lange hätte belichtet werden müssen. Dies gilt nicht nur für die Belichtung sondern, wenn an dem Beispiel es nicht möglich gewesen wäre, länger zu belichten, kann man auch die Blendenöffnung eine Blendenstufe weiter öffnen. Genauso die ISO, auch die hätte in dem Fall verdoppelt werden können. Wenn man jetzt mal aus der Fotografie raus denkt, wäre es auch möglich zu sagen “Der Preis ist eine Blende zu hoch” , um damit auszudrücken, dass man nur bereit ist, die Hälfte zu bezahlen, oder “der Topf ist eine Blende zu klein, um darin Nudeln zu kochen”, um auszudrücken, dass der Topf doppelt so groß sein müsste, um darin Nudeln zu kochen. Gar nicht so schwer oder?

Die ISO EmpfindlichkeitDarstellung des Bildrauschens anhand von Beispielen:

Die ISO oder ISO-Empfindlichkeit ist die Einstellung, die regelt, wieviel Licht der Sensor in einer Zeit aufnehmen kann. Eine erhöhte ISO sorgt aber für ein verstärktes Bildrauschen, bei vielen Kameras ist das Rauschen noch bis 1600 erträglich. Es hängt aber auch maßgeblich von der späteren Betrachtungsweise ab, soll ein Bild später nur als 10×15 ausgedruckt werden, sieht man kein Rauschen weit über ISO 1600. Wird man das Bild sich ständig in der 100% Ansicht betrachten, was selten der Fall ist, kann Rauschen schon bei ISO 400-800 auffallen. Hier ist es auch wieder wichtig, dass man seine Kamera ausprobiert und selber feststellt bis wo man gehen sollte. Bildrauschen kann aber nicht nur durch eine erhöhte Empfindlichkeit ausgelöst werden, sondern auch durch eine Unterbelichtung. Wenn ein Bild zu kurz belichtet worden ist, und man versucht diese (im Idealfall RAW-Datei) aufzuhellen, entsteht ein erhöhtes Bildrauschen. Die obige Darstellung zeigt, ein und das selbe Motiv in 100% Vergrößerung mit unterschiedlicher ISO Empfindlichkeit und Belichtung. Es wurde keine nachträgliche Rauschreduzierung angewandt. Nimmt man ein Bild mit ISO 100 und 30sek. auf, wird (je nach Kameraeinstellung) das Bild erst nach wieder 30sek. angezeigt. Das hängt damit zusammen, dass die Kamera den Verschluss zwar schließt, jedoch noch ein weiteres Bild aufnimmt – ganz in schwarz. Dort sind die Bildstörungen drin, und diese werden dann aus dem richtigen Bild rausgerechnet. Also, wenn eure Kamera das unterstützt und ihr so lange warten könnt, auf jeden Fall einschalten (meist wird diese Funktion als Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtung bezeichnet). So wird Rauschen und weitere Bildstörungen am zuverlässigsten verhindert!

Belichtungszeit:

GKF_Blende-ISO-Zeit_Belichtung_02
Mit Graufilter und Stativ während des Kinderworkshops ‘Umwelt aus Kindersicht’ aufgenommen
GKF_Blende-ISO-Zeit_Belichtung_01
E-M5 – ISO 1600 – 43mm – f/6,0 – 1/1000 sek.

Bei der Belichtung sollte eigentlich klar sein, was damit gemeint ist. Jedoch möchte ich hier nochmal erwähnen, wie sich die Belichtung auf das Bild auswirkt. Die Belichtung ist sehr motivabhängig, z.B. könntet ihr niemals ein Auto oder einen Läufer mit einer Belichtungszeit von 1/20 einfangen (ausgenommen der Läufer oder das Auto bleiben stehen).Daher sollte man sich schnell bewegende Objekte mit einer sehr kurzen Zeit aufnehmen. Oft sind das Zeiten zwischen 1/300 und 1/8000 (diese Zeit wird nicht von jeder Kamera unterstützt, oft sind es nur 1/4000).Bei solchen Situationen, sollte man dann keine längere Belichtungszeit wählen, um das Bild heller zu bekommen, sondern ihr solltet die Blende weit öffnen und die ISO hochschrauben, bis genügend Licht in der Zeit auf den Sensor trifft. So wie ich in meinem Beispiel. Damit die hochsteigenden Luftblasen nicht verwischen, habe ich eine kurze Belichtungszeit gewählt, musste dafür aber auch eine höhere ISO in Kauf nehmen. Stillstehende Objekte sind tagsüber gut mit einer Zeit von 1/60 einzufangen, ihr könnt auch eine schnellere Zeit wählen, um das Bild nicht zu überbelichten. Hier solltet ihr auch wissen, wie lange die Belichtung sein darf, wenn ihr aus der Hand fotografiert. Die OLYMPUS OM-Ds haben einen super Bildstabilisator eingebaut, der Stativhersteller in den Ruin treiben wird. An der Kamera sind durchaus Belichtungszeiten von 1/10 aus der Hand möglich! Gut, bei Zeiten jenseits von der Sekunden, geht ohne Stativ doch wieder nichts. Ich hoffe, euch hat mein Beitrag gefallen. Demnächst wird es einen zweiten Teil hierzu geben, namens Grundkurs Fotografie: RAW und Weißabgleich

Jonas Oelke

Jonas Oelke

Ich bin Jonas Oelke - Der Typ hinter dem Blog. Der Blog ist meine Tobewiese, alles was mich so interessiert und worüber ich schreiben möchte kommt hier zur Sprache. Das Hauptthema ist aber die Fotografie. Mehr unter "Über mich"

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