Mein Austausch in Frankreich

Mein Austausch in Frankreich_HeaderIn diesem Beitrag geht es um meinen dreimonatigen Schüleraustausch in Frankreich. Ich berichte hier über meine bisherigen Eindrücke und gesammelten Erfahrungen. Organisiert wird das Ganze vom Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern. Wir sind eine etwa 70 Personen starke Gruppe, die gemeinsam die Hin- und Rückreise beschreiten. Abflug war am 11. September 2014 und geplanter Rückflug wird am 12. Dezember 2014 sein.

Google Maps, Entfernung: La Rochelle - Stralsund
Fast 1300 km habe ich an dem Tag zurückgelegt

Eigentlich sind wir mit AirFrance geflogen, doch es hatte einen Touch von Deutsche Bahn: Wir sind ca. 30 min. später als geplant losgeflogen. Nichtsdestotrotz verlief der Flug bis auf ein paar Turbulenzen recht gut. Da ich nicht so oft fliege, hatte ich schon als ich zu Beginn zur Sicherheitskontrolle musste, ein recht mulmiges Gefühl. Hatte ich alles bedacht? Sind keine spitzen oder scharfen Gegenstände im Handgepäck? Hab ich jegliche Getränke Zuhause gelassen? Ist mein Handgepäck vielleicht zu schwer? All solche Dinge gingen mir durch den Kopf. Aber wirklich erst direkt vor der Sicherheitskontrolle. Vor der Reise wurde ich von sehr vielen gefragt: “Bist du schon aufgeregt?”. Meine Antwort war immer ein Nein. Und lustigerweise hatte ich auch das Gefühl, dass meine Eltern viel aufgeregter waren als ich selbst :D.  Als wir dann abgehoben sind, habe ich erstmal Bekanntschaft mit meinen Sitznachbarn gemacht und nach der Ankunft in Paris CDG konnte ich mich auch mit vielen anderen der Gruppe unterhalten. Die Fahrt mit dem TGV nach Poitiers dauerte etwa 2 Stunden und 30 Minuten, von hier aus haben mich meine Gasteltern mit dem Auto abgeholt, sodass ich gegen 20:45 in Périgny war.

Nun habe ich den ersten Schultag hinter mir. Die Schule ist bedeutend größer als meine in Deutschland (www.jona-schule.de). Ebenso kommen hier nicht die Lehrer in den Klassenraum der Schüler, sondern die Schüler in den Raum der Lehrer. Zu jeder Unterrichtsstunde haben wir den Raum gewechselt, und zum Teil auch das Gebäude. So etwas wie eine “Frühstückspause” scheint es hier nicht zu geben, denn die französischen Schüler nehmen auch nichts zu Essen mit in die Schule. Auch ich bin am ersten Schultag ohne ein Frühstück zur Schule gegangen, wahrscheinlich werde ich aber in den folgenden Schultagen meine Gasteltern bitten, mir eine Kleinigkeit mitzugeben. Aufgrund dessen, dass wir nichts mit hatten, ging ich davon aus, dass wir ein reichliches Mittag bekämen. In dieser Hinsicht wurde ich jedoch enttäuscht. Das Mittagessen bestand aus einem kleinen Fischfilet und einen (etwas lauschig gewordenen) Brötchen. Zum Nachtisch gab es “Fromage Blanc”. Diese Bezeichnung verwirrte mich ein wenig, da Fromage eigentlich der Käse ist. “Fromge Blanc” bezeichnet jedoch den Joghurt. Des Weiteren empfand ich das Trinken aus den Wasserhähnen der Toiletten als recht unhygienisch. Für die nächsten Tage werde ich meine Gasteltern bitten, dass ich mir eine Flasche mitnehmen kann – das ist für mich wesentlich angenehmer :-).

So, nun hab ich ja schon ganz schön gemeckert, jetzt ist es Zeit für die positiven Dinge; Es hat mich sehr gefreut, dass ich schon am ersten Tag so gut von der Klasse aufgenommen und integriert wurde. Durch die anfänglichen Verständnisprobleme hilft mir immer noch mein Austauschpartner, der die drei Monate in Deutschland schon hinter sich hat. In Deutschland ginge ich jetzt in die 10. Klasse (gymnasialer Zweig), das entspricht in Frankreich der “deuxième” (Zweite Klasse) – die Franzosen zählen die Jahrgangsstufen rückwärts. Da mein Austauschpartner jedoch eine Klasse unter mir ist und die “troisième” (entspricht der 9. Klasse) die höhste Klasse ist, welche das Collège bietet, gehen wir gemeinsam in eine Klasse. Das hat sich schon in der allerersten Unterrichtsstunde bemerkbar gemacht. Der Lehrer erklärte gerade wie ein “zerlegter” Pyramidenstumpf aussieht und fragte danach, ob denn jemand wisse, wie die Formel zum Berechnen der Fläche eines Trapezes  ist. Wie erwartet konnte dies keiner beantworten. Jedoch hatte ich dies erst vor kurzen in meiner Schule in Deutschland, deshalb habe ich mich gemeldet und die Formel angeschrieben. Schüler und Lehrer machten ein recht beeindrucktes Gesicht. Dafür ging es in Technologie ein wenig anders zu. Der Lehrer stand die ganze Zeit vorne und hat nur erzählt. Weil ich kein einziges Wort von dem was er gesagt hat verstehen konnte, wurde es sehr schnell extrem langweilig. Dazu kam, dass der Raum sehr warm war und ich wahrscheinlich nicht ausreichend getrunken habe … So kam es, dass ich in diesem Fach mit dem Kopf auf dem Tisch lag und eingenickt bin. Der Lehrer fand das nicht ganz so lustig, wie er nach der Stunde meinem Austauschpartner zu verstehen gab. 😀

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass ich mich bei meiner Austauschfamilie sehr wohlfühle. Es wird auf mich Rücksicht genommen, ich werde überall mit einbezogen und fühle mich bei ihnen gut aufgehoben. Trotz der sprachlichen Barriere unterhalten wir uns recht viel. Noch hilft mir mein Austauschpartner viel beim Übersetzen, aber ich bin sicher, dass sich das in den nächsten Wochen legen wird.

Abschließend hoffe ich auf eine schöne und ereignisreiche Zeit in Frankreich. Falls du immer auf dem Laufen bleiben möchtest, wie es mir hier so ergeht, kannst du dich gerne oben rechts in der Box für den Newsletter anmelden. Das nächste mal möchte ich das Thema “Essen in Frankreich” noch weiter vertiefen, gleichzeitig sammle ich französische Musik um sie dir dann als Playlist zu Verfügung zu stellen.

Für Interessenten zu diesem Austausch: http://sauzay.bildung-mv.de – Das Portal zu den Bewerbungen 2015 ist offen

 

Jonas Oelke

Jonas Oelke

Ich bin Jonas Oelke - Der Typ hinter dem Blog. Der Blog ist meine Tobewiese, alles was mich so interessiert und worüber ich schreiben möchte kommt hier zur Sprache. Das Hauptthema ist aber die Fotografie. Mehr unter "Über mich"

3 thoughts to “Mein Austausch in Frankreich”

  1. Hey Jonas,
    klingt sehr interessant dein Austausch und ich bin gespannt, was du noch so berichtest und v.A., was du noch so für Bilder zeigst:) Ich wünsch dir ne tolle Zeit in Frankreich!
    Ganz liebe Grüße aus dem Norden
    Emmi

  2. Hey Jonas wir waren zusammen im Zug und ich kann deine erfahrungen mit der Schule in Frankreich nur teilen. Das schlimmste ist der lange Unterricht. Und die Essgewohnheiten sind auch etwas gewöhnungsbedürftig.
    Lg Friedrich

  3. Hey Öki, das alles klingt super schön. Ich wünsche dir ganz viel Spaß und viel Kraft um das Französische Schulsystem ohne größere Schäden zu überstehen. Ich würde mich freuen wenn du noch mehr Bilder hoch laden könntest… Auf die Playlist mit der Musik freue ich mich, und dir einen guten Hunger (ich hab gehört die Franzosen würden ihre Hunde essen…)

    Damaris

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