Makrofotografie: optische Möglichkeiten

Makrofotografie: optische MöglichkeitenDieser Beitrag stellt den Start zu einer Beitragsreihe zum Thema Makrofotografie dar. Der erste Beitrag wird sich mit den optischen Möglichkeiten beschäftigen: Was ist mit welchem Equipment möglich?

Allgemeines zum Thema Makro:

Als Nah- und Makrofotografie werden Aufnahmen bezeichnet, deren Abbildungsmaßstab zwischen 1:10 und 10:1 liegt. Das bedeutet, dass bei einem Foto mit einem Abbildungsmaßstab von 1:5  5 mm in der Realität auf dem Sensor als 1 mm dargestellt werden. In der Makrofotografie kommt es durch den hohen Abbildungsmaßstab viel eher zu Verwacklungen als bei Aufnahmen mit einem Weitwinkelobjektiv. Deshalb würde ich dir empfehlen, falls du gezielt losgehst, um Makros zu schießen, ein Stativ mitzunehmen!

Optische Möglichkeiten in der Makrofotografie

Im Bereich der Makrofotografie gibt es vielerlei Möglichkeiten, um den Abbildungsmaßstab zu erhöhen. Dies muss nicht immer mit einem teuren Makroobjektiv geschehen. Neben den speziell für diesen Zweck geschaffenen Objektiven, werden hier auch verhältnismäßig kostengünstige Varianten vorgestellt. Ich möchte nicht so sehr auf die technischen Gründe eingehen, aufgrund meines unzureichenden Wissens zu diesem Aspekt und der meiner Meinung nach bestehenden Irrelevanz für das Foto.

Nahlinsen

Nahlinsenset von Walimex

Nahlinsen sind durch ihren recht günstigen Preis für den Einstieg in die Makrofotografie ideal geeignet. Das Funktionsprinzip ähnelt dem von Lupen und der Brennpunkt, an dem das Objekt scharf wirkt, wird durch diese Linse näher herangeholt, wodurch die Naheinstellgrenze des Objektives sich verringert. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch das Vorschrauben der Linsen kein Licht ‘geklaut’ wird. Denn durch andere Variationen, wie zum Beispiel den Zwischenringen, geht oftmals ein wenig Licht ‘verloren’.  Jedoch haben Nahlinsen ab einer höheren Dioptrienzahl eine starke Verzerrung an den Rändern. Hochwertige Nahlinsen werden als “Achromat” bezeichnet und haben eine geringere Verzerrung an den Rändern, sind dafür aber auch ein wenig teurer. Diese Linsen sind nicht nur in der Makrofotografie einsetzbar, sondern können durch den Effekt des unscharfen Hintergrundes auch in der Porträitfotografie Einsatz finden, jedoch sollte man hier eher die weniger starken verwenden.

  • die Funktionsweise einer Nahlinse ist mit der einer Lupe zu vergleichen
  • ihre Stärke wird, wie Brillen und Lupen, in Dioptrien angegeben.
  • ist sehr günstig (ab 20 €)
  • verursacht bei höherer Dioptrinzahl eine starke Verzerrung an den Rändern

 

Zwischenringe

Zwischenringe von Kenko für MFT
Zwischenringe von Kenko für MFT

Zwischenringe sind für die Menschen reizvoll, die schon einige Erfahrungen in diesem Themengebiet der Fotografie besitzen und sich noch näher damit beschäftigen wollen, aber vor dem Kauf eines hochwertigen Makroobjektives scheuen. Die Zwischenringe werden, wie der Name schon sagt, zwischen Kamera und Objektiv geschraubt. Dadurch wird der Brennpunkt weiter noch vorne verlagert, wodurch die Naheinstellgrenze verringert wird. Die kostengünstige Variante wird meistens ohne Kommunikation zwischen Kamera und Objektiv ausgeliefert. Wer bereit ist, etwas mehr Geld auszugeben, kann die Objektivkontrolle durch die Kamera wie gewohn vornehmen. Der Vorteil gegenüber Nahlinsen ist, dass die Qualität des Objektives erhalten bleibt und es nicht zu Verzerrungen an den Rändern kommt. Wie auch bei Nahlinsen ist es bei der Verwendung nicht mehr möglich, auf weit entfernte Objekte zu fokussieren, was in der Makrofotografie aber auch nicht gewünscht wird. Wichtig zu erwähnen ist, dass durch den Einsatz solcher Zwischenringe die Lichtstärke reduziert wird, laut Wikipedia bei einem Abildungsmaßstab von 1:2 um eine Blendenstufe und bei 1:1 sogar um zwei Blendenstufen.

  •  sind ausschließlich vom Kamerabajonett abhängig, nicht vom Objektivdurchmesser
  • verursachen keine Verzerrungen an den Bildrändern
  • teilweise ohne Objektivkontrolle
  • verringern die Lichtstärke

Balgengerät

Balgengerät von Novoflex

Ein Balgengerät ist eigenlicht auch nicht mehr als ein großer Ziwschenring. Jedoch haben gute Balgengeräte einen Preis, für den man auch ein Makroobjektiv bekommen könnte. Durch den hohen Lichtverlust müssen entweder spezielle (teure) Objektive verwendet oder länger belichtet werden. Ich habe selbst noch nie mit Balgengeräten gearbeitet und bin auch der Meinung, dass es für den Makro-Einsteiger in keinster Weise sinnvoll wäre, sie zu verwenden.

Retrostellung

Makro Umkehrring

Die Variante mit dem vermutlich besten Preis-Leistungs-Verhältnis ist die Retrostellung. Das bedeutet, dass das Objektiv falsch herum angeschraubt wird. Durch die Retrostellung kann der Mindestabstand extrem verringert werden. Nachteil hierbei ist, dass in der einfachen Ausführung die Blendenöffnung nicht durch die Kamera gesteuert werden kann. Bei Objektiven bei denen die Blendensteuerung nur elektronisch funktioniert, ist es empfehlenswert, dieses zuerst anzuschrauben und dann (während die gewählte Blende aktiv ist) das Objektiv abschrauben. Die meisten Objektive sind im “Aus-Zustand” immer auf Offenblende, da ich aber bei Makros fast immer mit geöffneter Blende fotografiere, ist selbst dieser Schritt für mich irrelevant.

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass keines der hier vorgestellten Alternativen ein richtiges Makroobjektiv ersetzen kann. Nur Makroobjektive bieten ausreichende Lichtstärke, sind richtig korrigiert und besitzen einen hohen Abbildungsmaßstab. Nichtsdestotrotz kann man auch mit den vorgestellten Möglichkeiten akzeptable Ergebnisse erzielen. Ebenfalls kann man hierdurch herausfinden, ob das Themengebiet überhaupt das Richtige für einen ist, um dann später vielleicht in ein Makroobjektiv zu investieren.

 

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Jonas Oelke

Jonas Oelke

Ich bin Jonas Oelke - Der Typ hinter dem Blog. Der Blog ist meine Tobewiese, alles was mich so interessiert und worüber ich schreiben möchte kommt hier zur Sprache. Das Hauptthema ist aber die Fotografie. Mehr unter "Über mich"

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