WORST-CASE: Und ich bin schuld!

Alles fing an mit dem Kauf einer My Cloud Mirror im September letzten Jahres. Diese war ursprünglich dazu gedacht, ein kleines Backup-System aufzubauen. Was anfangs auch gut funktionierte, endete später mit einem Datencrash.

 

Plötzlich funktionierte alles nicht mehr ganz tadellos. Als ich aufgrund eines Schüleraustausches in Frankreich war, bekam ich die Email, dass ein neues Firmwareupdate verfügbar sei. Ich hatte alles so eingerichtet, dass ich auch von außen auf das Dashboard zugreifen konnte. Voreilig wie ich bin, habe ich dieses durchgeführt – das war der erste Fehler. Danach war die Cloud nicht mehr von außen erreichbar. Ich dachte mir, dies hängt mit einem IP-Adressenwechsel zusammen, doch es nahm schlimmere Ausmaße an als ich ursprünglich dachte.

 

Wäre alles gut gelaufen, hätte ich noch Zugriff gehabt, denn die IP-Adresse ist gleich geblieben. Ursache für den nicht mehr möglichen Zugriff war, dass sich der Dienst, welcher für die Bereitstellung des Webinterfaces zuständig ist, aufgehängt hatte – so stellte ich nach meiner Rückkehr in Deutschland fest. Mitnutzern ist dies nicht weiter aufgefallen, da der Fileserver-Dienst noch einwandfrei lief.

 

Doch nachdem sich der Webserver-Dienst immer und immer wieder festgefahren hat, fing ich an rumzutüfteln und suchte nach der Ursache – ohne Erfolg. Einige Wochen später, breitete sich das Problem auch auf den Fileserver-Dienst sowie auf den Rest des Gerätes aus (hört sich an wie eine Krankheit und ich bin der Doktor 😀 ). Nach mehreren Tests stellte sich heraus, dass jenes Problem durch eine angehängte Festplatte verursacht wurde. War diese nicht angeschlossen, lief alles ohne Probleme. Doch sobald ich die Festplatte angeschlossen habe (die übrigens vom gleichen Hersteller war) dauerte es 10 – 15 Minuten und nichts war mehr erreichbar.

 

Nach mehreren Stunden die ich in Warteschleifen oder in Gesprächen mit dem Support auf Deutsch wie auf Englisch verbracht habe, wurde mir geraten, das Gerät einzuschicken. Aufgrund der Tatsache, dass es mir nicht möglich war, 3 TB mal eben so zu sichern, haben wir beschlossen eine Festplatte mit den Daten zurückzubehalten – Das war Fehler Nummer zwei. Im Nachhinein denke ich, es wäre äußerst sinnvoll gewesen, sich eine neue Festplatte zu kaufen, die Daten darauf zu sichern und später ins Backup-System zu integrieren – das musste ich auch auf eine mehr oder weniger
harte Methode lernen.

 

Nach etwa 3 bis 4 Wochen kam von Mediamarkt (nach mehreren Nachfragen) die Information, dass das Gerät irreparabel sei und wir ein neues bekommen. Um die Gutschrift auszuzahlen, wollte der Technikriese aber auch die zweite Festplatte haben. Nach vielen Telefonaten und mehreren Vorortgesprächen zeigte dieser sich aber kulant und schrieb eine Gutschrift aus, unter der Bedingung, dass die zweite Festplatte nach Rücksicherung binnen 10 Tagen in den Markt gebracht wird.

 

Nun hatten wir das neue Gerät und ich muss extrem dringend an die HighRes-Daten einiger Bilder ran, nur leider sorgt Dringlichkeit für vorschnelles Handeln und im Endeffekt dazu, dass es noch länger dauert. Genauer gesagt, habe ich in das neue Gerät einmal die alte mit den Daten und eine leere neue Festplatte reingesteckt. Nachdem ich mich unaufmerksam im Webinterface durchgeklickt habe, war irgendwo der Knopf um den RAID-Verbund wiederherzustellen. Zack, raufgedrückt und alles kaputt gemacht – das war Fehler Nummer drei.

 

Denn anstatt die volle Festplatte auf die leere zu kopieren, ist es genau andersrum geschehen. Die leere Festplatte wurde auf die volle kopiert und damit wahrscheinlich die vorhandenen Daten gelöscht. Nach 17 % habe ich den ganzen Vorgang mittels einem simulierten Stromausfall unterbrochen. Nach einem Neustart fuhr die Maschine allerdings fröhlich fort die Daten zu löschen. Wieder Stromausfall simuliert, eine Festplatte rausgenommen und geguckt wie es sich verhält, wenn nur die alte Platte drin ist. Hätte ich das von Anfang an gemacht, wäre das sicher gut gegangen und es wäre nichts passiert – aber das habe ich leider nicht. Die Festplatte sollte formatiert werden, damit das Gerät sie verwenden kann. Zumindest dem habe ich nicht zugestimmt und damit vielleicht noch ein paar Daten übrig gelassen.

 

Aus irgendeinem Grund haben wir uns dazu entschieden einen Adapter von SATA (der Anschluss den moderne interne Festplatten verwenden) auf USB zu kaufen. Deshalb hatte ich die glorreiche Idee, diese in den Adapter zu stecken und mit dem Computer zu schauen, was noch alles drauf ist. Windows ging sowieso nicht, weil die My Cloud die Festplatten auf ext3 oder ext4 oder sowas formatiert hatte. Ich weiß gar nicht mehr genau, was der Mac angezeigt hat, aber auf jeden Fall auch nichts Nützliches.

 

Dritter Computer, diesmal mit Ubuntu, vielleicht kann der mehr sehen. Als die Festplatte eingehängt wurde, zeigte mir der Computer eine Partition mit 1,2 Gigabyte – irgendwie auch nicht das was ich wollte. In der Partitionsübersicht könne ich sehen, dass noch eine größere mit rund 3 Terrabyte vorhanden ist, nur war ich unfähig diese mit dem Finder / Explorer, oder wie man das bei Linux nennt, zu öffnen.

 

Daher habe ich nun einen Experten kontaktiert der sich in der Woche darum kümmert. Nach einem Telefonat, hat er mir gesagt, dass die Chancen gut stehen, die Daten wiederzubekommen, aber wenn das ganze Dateisystem dabei den Löffel abgegeben hat, sind alle Ordnerstrukturen sowie Dateinamen weg. Damit werde ich dann wohl leben müssen – immer noch besser als gar nichts.

 

Der ganze Vorfall ist mir eine große Lehre gewesen, ab sofort (oder zumindest ab dem Zeitpunkt an dem ich ein neues Speichermedium aufgetrieben habe) wird alles mindestens doppelt oder gar dreifach gesichert. Wie genau das aussehen wird, weiß ich noch nicht, aber ich werde in den nächsten Tagen ein System erarbeiten. Das kommt dann in einem separaten Blogbeitrag.

 

Hattest du auch schon mal einen Datencrash? Wie schützt du dich gegen so etwas? Schreib’s in einen Kommentar 🙂

Jonas Oelke

Jonas Oelke

Ich bin Jonas Oelke - Der Typ hinter dem Blog. Der Blog ist meine Tobewiese, alles was mich so interessiert und worüber ich schreiben möchte kommt hier zur Sprache. Das Hauptthema ist aber die Fotografie. Mehr unter "Über mich"

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