Rückblick auf das Umweltfotofestival »horizonte zingst« 2016

Nun ist eine Woche um, die meisten Eindrücke sind verarbeitet und ich habe Zeit gefunden, über dieses spektakuläre Event zu berichten.

Nach der Eröffnung am Samstag im Hotel Vier Jahreszeiten, habe ich von Sonntag bis Montag einen Fotoworkshop mit Antonius besucht. Es war kein klassischer Workshop, bei dem der Referent ein Setting aufbaut, etwas dazu erzählt und jeder Teilnehmer das einmal abfotografiert und alle mit den gleichen Bildern nachhause gehen. Nein, am Sonntag war unser erstes Thema “ICH”.

Fotoworkshop: “Vom Suchen und Finden der eigenen fotokünstlerischen Handschrift”

Es ging dabei nicht darum, Bilder zu machen, die viele Menschen verstehen und gut finden, sondern viel mehr darum, Fotografien anzufertigen, die zeigen wer wir sind, was uns ausmacht und gerade wegen dieses großen ICH-Anteils nur wir selbst komplett erfassen können. Eine extrem herausfordernde Aufgabe, die ich mit folgenden Ergebnissen bewältigt habe:

Die Hände sind wirklich meine eigenen. Mit Fingermalfarbe habe ich dazu meine Handabdrücke auf ein weißes Papier gebracht, dieses abfotografiert und in Photoshop in eine Maske verwandelt. Ich habe überlegt, mit dieser Darstellungsform eine ganze Serie zu machen 🙂

Am zweiten Tag bekamen wir die Themen “Emotionen” und “Mein stilles Leben”. Nach einer kurzen Einführung haben sich alle anderen Teilnehmer aus dem Staub gemacht und in und um Zingst fotografiert. Ich verblieb mit Antonius in dem Raum und konnte ganz in Ruhe meine Idee zum Thema Emotionen umsetzen:

20160530_65888-BearbeitetDiese Einzelbilder wurden von mir per Funkauslöser aufgenommen. Lachen fällt übrigens ungemein leichter, wenn man gekitzelt wird 😀

Zum Thema “Mein stilles Leben” kam die Idee erst im Laufe der Zeit:

20160530_66000

Die Farben in diesem Bild sind toll, aber an sich stimmte das Gesamtpaket noch nicht – es wirkte einfach noch etwas konventionell. Dann kam die Idee: “Cool wäre es, wenn du jetzt schweben würdest!”

Gesagt, getan. Alleine hätte ich dieses Bild wahrscheinlich nicht realisieren können, aber ich hatte zum Glück ein paar Photoshop-Spezialisten um mich herum.

20160530_66196-Bearbeitet

Das Geheimnis hinter dem Bild: wir haben einen Hocker bis unten an den Deich getragen, auf den ich mich drauf gesetzt habe:

Danach brauchten wir ein Bild, auf dem weder ich noch der Hocker zu sehen war – um das zu realisieren musste wir die Kamera auf ein Stativ stellen, damit die Bilder beide deckungsgleich sind. Später wurde ich in Photoshop freigestellt. Ich wollte zuerst den Hocker freistellen und löschen, jedoch erklärte man mir, dass es besser wäre, mich freizustellen, denn nur dann könne man mich noch umpositionieren – leuchtet ein! Danach legten wir eine leere Ebene darüber an, auf der wir den Schatten mit einem schwarzen Pinsel gemalt haben – für mich die größte Schwierigkeit den Schatten so zu malen, dass dieser auch realistisch aussieht. Das scheint nicht 100%ig gelungen zu sein, da ich schon ein paar Leuten dieses Bild gezeigt habe, die nicht auf den ersten Blick erkannt haben, dass ich schwebe – aber egal! Zum Schluss wurde nur noch der Farblook in Lightroom festgelegt und fertig ist das Zauberwerk.

Dienstag und Mittwoch …

war ich viel mit dem Oly-Doku-Team um Reinhard Wagner (Pen and Tell) unterwegs. Mit dabei auch Cosima, Finalistin des OLYMPUS Fotowettbewerbs “CLOSE-UP”. Am Dienstag war noch Eröffnung des OLYMPUS Foto Gartens. Hier fanden täglich mehrere Kurzworkshops und Bildbesprechungen mit den OLYMPUS Visionarys Melanie Derks, Emiliano Leonardi und Thomas Adorff statt.

Kurz vor der Eröffnung des OLYMPUS Foto Gartens

Auch mit dabei: Die Fotobox von Thomas Adorff.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Die Denker-Pose vor der Fotobox

Als wir am Mittwoch zu einem Fotoworkshop mit Thomas Adorff kamen, um ein paar Dokumentarclips zu drehen, fragte der Referent gerade in die Runde, wer der Teilnehmer denn mal kurz vor die Kamera gehen würde – nur so “zum ausprobieren”. Einer der Teilnehmer meinte dann “Ach, ich habe hier gerade jemanden aufgegabelt” und zeigte dabei auf mich. Und so kam es, dass ich für ein paar Stunden meine Model-Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte und abends zur Bilderflut auf der großen Leinwand landete.

Die Bilder werden hier gezeigt, sobald mir diese zugänglich gemacht wurden.

Der OLYMPUS Foto Kunst Pfad …

..ist kein Pfad im klassischen Sinne, den man von vorne bis hinten ablaufen kann. In ganz Zingst verteilt sind kleine Kunstwerke anzutreffen, die es sich lohnt zu fotografieren – am besten mit einer OLYMPUS Kamera, die man sich an vielen öffentlichen Einrichtungen ausleihen kann.

Wer diese Foto-Pointe während des Festivals nicht besichtigen konnte, braucht nicht traurig zu sein, denn die Fotografie ist das ganze Jahr über in Zingst vertreten und damit werden auch diese Installationen noch lange nach dem Festival zu sehen sein.

Lulu_Guinness_BE_A_PIN_UP
© diephotodesigner.de

Fotomarkt:

Wie jedes Jahr startet ab Donnerstag der Fotomarkt in Zingst. Hier sind viele Hersteller und Händler Vorort, man kann so ziemlich alles ausprobieren, ausleihen und testen und bekommt dazu noch Messerabatte! Auch OLYMPUS war wieder mit einem riesigen Stand in den Fotomarktzelten vertreten. Bis einschließlich Samstag habe ich dort OLYMPUS beim Check&Clean Stand unterstützt und die Kameras entgegengenommen. Dort haben wir für alle Olympuskameras folgende Dienstleistungen angeboten:

  • Sensorreinigung
  • Firmware-Update
  • äußere Säuberung
  • ggf. Kleinteile wie Augenmuschel ersetzen
20160802_66255-Bearbeitet
© Victor Ibrahiem

Die tschechischen Kollegen haben sich dann mit den mehr oder minder schwierigen Problemen auseinandersetzten dürfen. Eines der spannendsten Geschichten war wohl die einer Infrarotkamera:

Ich habe eine Kamera gesehen, bei der ein spezieller Filter, der direkt vor dem Sensor sitzt ausgebaut wurde – damit kann die Kamera zwar nur noch Schwarz-Weiß-Bilder aufnehmen, jedoch mit interessanten Effekten. Ich habe mir sagen lassen, dass so z.B. Teile des Bildes, die Chlorophyll enthalten weiß dargestellt werden. Falls jemand mitliest, der sich damit auskennt, bitte kurze Mail an mich: Ein Gast-Beitrag dazu wäre sicher spannend.

Der Tracker in Zingst:

Eine Neuheit aus dem Hause OLYMPUS war ebenfalls nach Zingst gekommen: Reinhard hat einen TG-Tracker mitgebracht. Viel Zeit hatte ich nicht, dieses Prachtexemplar selber zu testen, aber die 204° Ansicht ist schon enorm. Dazu hier ein Video aus dem Pen and Tell Blog:

Fazit:

Die Erlebniswelt Fotografie Zingst schafft es jedes Jahr auf’s Neue sich selbst zu übertreffen. Das Fotofestival, das dieses Jahr zum 9. Mal stattfand, wird von Jahr zu Jahr größer, immer begleitet von tollen Workshops, witzigen Referenten, unglaublichen Bilder die unter die Haut gehen, begleitet von einem geselligen Ausklang zur abendlichen Bilderflut am Strand. Auch dieses Jahr war es eine Woche voller Erfahrungen, die ich gesammelt habe, Menschen, die ich kennengelernt und wiedergetroffen habe und Dingen, die ich gelernt habe. In diesem Sinne möchte ich allen danken, denen ich in Zingst begegnet bin und dieses Foto-Festival zu dem machen, was es ist!

Für mich wohl das größte Foto-Event das Jahres ist damit zu Ende gegangen, aber wie man so schön sagt “Nach Horizonte ist vor Horizonte” – denn im nächsten Jahr zum 10-jährigem Jubiläum finde das Festival gleich zwei Wochen statt. SAVE THE DATE: 20.05. bis 05.06.2017, dann unter dem Motto “S.O.S – Save our Sea”

Weiterlesen