Vom Archivieren und Sichern der Bilder

Man macht in seinem gesamten Fotografen Dasein eine Menge Bilder und spätestens nach den ersten 100.000 fragt man sich, wie man seine Bildersammlung am besten verwaltet. Grundsätzlich gibt es unendlich viele mehr oder minder sinnvolle Möglichkeiten diese Angelegenheit anzugehen, eine davon werde ich jetzt vorstellen:

Gehen wir mal davon aus, dass die Bilder aus dem betreffenden Shooting bereits sortiert und bearbeitet sind und jetzt für schlechte Zeiten gelagert werden sollen.

Mit einer größer werdenden Bildersammlung wird es früher oder später nicht mehr praktikabel alle Bilder, die jemals gemacht wurde auch auf dem Laptop mitzuschleppen.

Datensicherung

Egal wie man nun weiter vorgeht, liegt die oberste Priorität darauf mindestens eine, noch besser 2-3 Kopien der zu sichernden Daten zu besitzen. Mir persönlich ist es zwar noch nie passiert, aber irgendwann gibt jedes Speichermedium seinen Geist auf und verfrachtet die darauf gespeicherten Daten ins Jenseits.

Ich verwende für diese Zwecke einen kleinen Home-Server mit mehreren Festplatten, auf dem meine Bilder archiviert und gesichert werden. Diese Variante ist jedoch eher etwas für technisch versiertere, da der HP Microserver ohne Betriebssystem und Festplatten ausgeliefert wird. Ich habe darauf Windows Server 2012 R2 installiert und Laufwerke eingerichtet auf die jeder in der Familie zugreifen und seine persönlichen Daten speichern kann. Meine Festplattenslots sind wie folgt belegt:

  1. eine etwas ältere 120 GB Festplatte, auf der ausschließlich das Betriebssystem gespeichert ist
  2. eine 3 TB Festplatte von WD auf der Daten gespeichert werden können – Netzwerkzugriff
  3. eine 3 TB Festplatte von WD auf der noch mehr Daten gespeichert werden können – Netzwerkzugriff
  4. eine 6 TB Festplatte auf der von allen Daten der vorangegangen Festplatten eine wöchentliche Sicherung liegt – auf diese Festplatte kann niemand aus dem Netzwerk zugreifen!

Die wöchentliche Sicherung wird über FreeFileSync realisiert. Der Backup-Auftrag lässt sich als eine ausführbare Batch-Datei speichern, die über das Windows Aufgabenplanungstool ausgeführt werden kann.

Da ich bisher schon zwei Datencrashs hatte (die leider selbstverschuldet waren), bin ich so freaky und habe ein Backup aller dort gespeicherten Daten in die Cloud installiert. Ob Cloud-Speicher sinnvoll ist oder man besser die Finger lassen sollte, ist ein anderes Thema. Online-Backups werden mittlerweile von zig verschiedenen Unternehmen zu Spottpreisen angeboten – bspw. Crashplan und Backblaze kosten mit 5€/Monat für unbegrenzten Speicherplatz nicht die Welt.

Für mich spielte in dem Zusammenhang jedoch noch ein Rolle, dass dieser Backup-Dienst auch Link-Sharing von Dateien und Ordner zulässt (und gleichzeitig bezahlbar bleibt). Hier sind insbesondere folgenden Anbieter interessant:

Jottacloud

Bei dem norwegischen Dienst Jottacloud bekommt man für 7,50 € / Monat unbegrenzten Speicherplatz für unbegrenzt viele Clients. Die Daten liegen auf norwegischen Servern und werden auch nach den lokalen Datenschutzgesetzten behandelt. Klingt super! Ist es eigentlich auch … leider brach bei meiner Installation die Verbindung zu den Servern in regelmäßigen Abständen und der Client musste neugestartet werden. Leider konnte das Problem auch nach schier endlosen Support-Tickets nicht behoben werden, sodass ich mich nach alternativen umschaute.

https://www.jottacloud.com/en/ (derzeit nur auf Englisch)

Amazon Cloud Drive

Amazon … da habe ich erstmal geschluckt – Norwegen, das ging ja noch, aber jetzt über den großen Teich die Daten verschiffen? Amazon bietet für insgesamt 70 € / Jahr unbegrenzten Speicherplatz für ein Online-Backup und ermöglicht das Teilen von Dateien und Ordner über einen Link – eigentlich genau, was ich gesucht habe. Toll ist, dass man diesen Dienst stolze 3 Monate ausprobieren kann – genug Zeit für einen ausführlichen Praxistest. Momentan läuft dies in Verbindung mit odrive – einfach weil der Client bisschen stabiler und fixer läuft als der von Amazon selbst.

https://www.amazon.de/clouddrive/home/

Fazit

Für manche vielleicht etwas überdimensioniert, aber mit jedem Datencrash bin ich vorsichtiger geworden. Die doppelte lokale Verfügbarkeit schützt einerseits noch nicht hochgeladenen Bilder und Dateien, andererseits bewahrt sie vor versehentlichen Löschen, da eine Spiegelung nur einmal in der Woche erfolgt. Am Ende ist es für jeden eine Entscheidung zwischen den Kosten, der Sicherheit und der Flexibilität – wer bspw. keine dauerhafte Verfügbarkeit der Inhalte benötigt, kann einfach eine gespiegelte Festplatte an einen anderen Ort verschiffen und wöchentlich neue Daten vorbeibringen.

Jonas Oelke

Jonas Oelke

Ich bin Jonas Oelke - Der Typ hinter dem Blog. Der Blog ist meine Tobewiese, alles was mich so interessiert und worüber ich schreiben möchte kommt hier zur Sprache. Das Hauptthema ist aber die Fotografie. Mehr unter "Über mich"

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


7 − = vier