Faszination Schwarz-Weiß

In Bewegung - SWSchwarz-Weiß! – Das klingt doch wie in den alten Zeit, ist es aber nicht! Schwarz-Weiß ist meiner Ansicht nach eine der zeitlosesten Bildarten, die es gibt. Manche mögen dieses Stil und andere vielleicht gar nicht. Ich finde ihn toll und möchte in diesem Beitrag erklären, warum er mir so gefällt. Allerdings gibt es auch Momente, in denen Schwarz-Weiß so absolut gar nicht funktioniert und einige davon möchte ich nicht unangetastet lassen.

Wahlmotivation
E-M5 – ISO 200 – 12mm – f/3,5 – 1/1000 sek.

Schwarz- Weiß passt in fast allen Situationen. Es ermöglicht Kontraste, die so deutlich nicht mit einer Farbaufnahme möglich wären. Schaut euch das nebenstehende Bild an und ihr wisst, was ich meine. Bei diesem Bild wäre es ein fataler Fehler, nicht Schwarz-Weiß zu verwenden. Denn durch den Kontrast von Hell-Dunkel wird direkt auf das Motiv gelenkt, die Schattenfigur. Wie unschwer zu erkennen, wurde dieses Bild bei prallem Sonnenschein aufgenommen. Ein Licht, welches ich normalerweise verabscheue. Aber in diesem Fall ist es genau das Richtige gewesen. Denn durch diesen Sonnenschein entstehen richtig harte Schatten. Diese sind oft ungewollt und man versucht, sie mit Swattern oder Blitzen zu vertuschen, denn in einem Porträt wirkt solch ein Schatten nicht gut. In diesem Fall aber ist es gewollt. Es muss aber nicht immer ein Kontrast zwischen Hell und Dunkel sein, auch reich-arm ist möglich. Es ist bestens geeignet für Gegensätze, denn diese kennen nur zwei Zustände, ähnlich wie Schwarz-Weiß. Eines ist noch anzumerken: Richtiges Schwarz-Weiß ist nur mit 1 bit Bilder möglich, alles andere wäre korrekterweise Graustufen. Aber wie hört sich das denn an? “Ich fotografiere in Graustufen.” … Patrick Ludolph (neunzehn72.de) sagte mal zu mir: “In schwarz-weiß sehen alle Menschen besser aus.” Dem kann ich überwiegend zustimmen, denn Hautunreinheiten werden durch den Farbentzug ein wenig vertuscht und die Person wird mehr vom Hintergrund freigestellt.  Klar, mit einer umfangreichen Beautyretusche kann man die Haut so glatt bügeln, wie man will, aber ich habe gerne das meiste Out-Of-Cam, sodass ich nur noch wenig am PC machen muss. Bei Porträts ist es daher meiner Meinung nach empfehlenswert, wenn man es mal in Schwarz-Weiß probiert. Das heißt jedoch nicht, dass das Endergebnis nicht auch Farbe sein darf – das ist situationsabhängig. Auch ganz cool ist es, wenn man ein Schwarz-Weiß Bild vorliegen hat, und diesem dann noch einen Farbstich verpasst. Da ist vielleicht nicht jedermanns Sache, ich aber experimentiere sehr gerne damit.  Ich habe sogar schon eine ganze Reihe Fotos dieser Art gemacht:  Stralsund Monotone.   Das Tolle ist, Schwarz-Weiß lenkt den Blick aufs Wesentliche. Ein bunter, farbiger Hintergrund lenkt mehr vom Motiv ab, als einer, der nicht bunt ist. Habt ihr ein Bild, auf dem der Hintergrund total bunt ist und vom Motiv ablenkt, so versucht es in schwarz- weiß. Das ist doch cool, wenn man störende Objekte ausblenden kann, indem man ihnen die Farbe einfach entzieht, oder? Ich habe bis hier ja schon eine Menge über Schwarz- Weiß geschwärmt, jedoch sollen die Schwachstellen einer Schwarz-Weiß-Fotografie nicht unbenannt bleiben. In dem Bereich der Food-Fotografie ist die Farbe beispielsweise unverzichtbar. BURGER KING war so nett mir eines seiner Produktbilder zur Verfügung zu stellen, um das ganze hier zu verdeutlichen.
bk-grilledchickenDiese Bild kennt man doch aus den unzähligen Werbefilmen, oder Coupon-Zetteln. Es stellt den “Little Grilled Chicken” von BURGER KING dar. Mit freundlicher Genehmigung habe ich dieses Bild in schwarz-weiß konvertiert. Wie wirkt es? Der Salat ist grau, statt grün, das Fleisch sieht mehr angebrannt als gegrillt aus, die Soßen sind nicht zu identifizieren und das Brötchen sieht auch wie aus der Steinzeit aus. Das Ganze wirkt unappetitlich. Und genau deshalb ist es in der Food-Fotografie quasi ein Tabu, seine Aufnahmen in schwarz- weiß zu präsentieren. Klar mag es Ausnahmen geben, aber bekanntlich bestätigen diese ja die Regel. Aber in diesem Falle, wirkt der Burger in schwarz-weiß weniger appetitlich als er in Wirklichkeit ist. Zuallerletzt möchte ich erwähnen, dass die Schwarz-Weiß-Fotografie unglaublich zeitlos ist. Solche Bilder gab es schon, bevor Telefon, Fernseher, Social Media und das ganze Zeug publik wurden – und es gibt sie immer noch. Ich bin der Meinung, Schwarz-Weiß-Aufnahmen werden so schnell nicht aussterben. Sie eröffnen uns eine Welt, die unseren Augen verborgen bleibt.
Ich empfehle euch: probiert es aus, sammelt eigene Erfahrungen und schreibt sie am besten in die Kommentare. Fotografiert in RAW und stellt die Kamera auf Schwarz-Weiß, so seht ihr direkt an der Kamera, wie es wirkt und könnt am PC trotzdem wieder die Farbe ‘hinzuzaubern’, wenn es blöd aussieht.    Ich freue mich auf auf das nächste Thema mit euch: Lightroom: Der Importdialog

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Jonas Oelke

Jonas Oelke

Ich bin Jonas Oelke - Der Typ hinter dem Blog. Der Blog ist meine Tobewiese, alles was mich so interessiert und worüber ich schreiben möchte kommt hier zur Sprache. Das Hauptthema ist aber die Fotografie. Mehr unter "Über mich"

One thought to “Faszination Schwarz-Weiß”

  1. Huhu Jonas,
    ehrlich gesagt beeindruckt mich dein Blogeintrag zum Thema Schwarz-Weiß. Man verspürt deine Leidenschaft und Begeisterung für das Fotografieren beinahe am eigenen Leibe. Beeindruckend. Das ist das richtige Wort. Selbst als Leihe weckte dein Artikel Interesse am Fotografieren bei mir und deshalb ein dickes Lob! Weiter so, mein Lieber! :*

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