Wochenrückblick aus Frankreich

Wochenrückblick Frankreich: HeaderEs geht wieder um meinen Austausch in Frankreich. Nachdem ich das letzte Mal meine allerersten Eindrücke zusammengefasst habe, kann ich nun schon ein wenig mehr über das Land und die Region sagen. Eigentlich wollte ich mich in diesem Beitrag überwiegend auf das Essen in Frankreich beziehen, jedoch habe ich in dieser Woche noch so ein paar Dinge festgestellt, die hier nicht fehlen sollten.

Die Schule

Nun ist eine Woche geschafft und ich habe jedes Fach jetzt mindestens einmal besucht. Ich habe von einer Freundin, die ebenfalls diesen Austausch macht, gehört, dass sie von vielen Lehrer nicht wirklich beachtet wurde – diese Ansicht kann ich nur bedingt teilen. In den meisten Fächern versuchen mich die Lehrer mit in ihren Unterricht zu integrieren. In Mathe, Deutsch und Chemie komm ich recht gut mit, da wir den Stoff schon einmal in Deutschland behandelt haben, in Deutsch muss ich bestimmt nicht weiter erklären, warum ich da gut mitkomme :-).

Mein Stundenplan für die nächsten drei Monate
Mein Stundenplan für die nächsten drei Monate

Anders sieht es in den meisten anderen Fächern aus, unter anderem verstehe ich so gut wie kein Wort in dem Fach Französisch. Das habe ich mir aber auch nicht anders vorgestellt. Hier werden einfach zu anspruchsvolle Themen für mich behandelt. Deshalb mache ich in der Zeit meine Hausaufgaben, die ich von Deutschland aus auf habe. Ähnlich geht es mir in den Fächern Technologie, Geschichte und derzeit auch Geografie. An dieser Schule wird ausschließlich frontal unterrichtet. Das kenne ich aus Deutschland anders, denn an unserer Schule arbeiten wir viel mit Werkstätten und nur vereinzelt frontale Unterrichtseinheiten. Ebenso herrscht hier mehr Disziplin. Das mag sich für manche vielleicht positiv anhören, ich empfinde aber das Gegenteil. Ich denke in gewissen Maßen, ist Disziplin okay. Aber ich finde es absolut gar nicht gut, wenn man schon in der Schule lernt, sich allem unterzuordnen. Es mag sicher auch eine Besonderheit unserer Schule sein, dass wir ein großes Mitspracherecht haben, dennoch finde ich es ein wenig übertrieben. Was der Lehrer sagt ist Gesetz, und wenn dieser eine Klassenarbeit zwei Tage vorher ankündigt, dann ist das so. In Deutschland haben wir einen Anspruch darauf, mindestens zwei Wochen vor dem Klassenarbeitstermin darüber in Kenntnis gesetzt zu werden, sollte dies ein Lehrer nicht einhalten, dann organisieren wir mindesten ein Gespräch mit dem Lehrer um darauf aufmerksam zu machen ….

In Frankreich ist es unüblich zur Schule ein Frühstück mitzunehmen und dieses in der ersten Pause gemeinsam zu essen. In den ersten Tagen fühlte ich mich deshalb ein wenig hungrig. Das hat sich aber mittlerweile gelegt. Ich esse jetzt Zuhause zum Frühstück einfach ein bisschen mehr :-). Genauso verhält es sich mit dem Trinken. In Deutschland ist es normal, dass man in einer Flasche etwas zum Trinken mitnimmt. Dies ist hier eindeutig anders. Niemand nimmt hier auch nur ein bisschen Wasser mit. Wenn man Durst hat, geht man auf Toilette und hält seinen Mund unter den Wasserhahn. Das habe ich bis jetzt nur einmal gemacht. Nun nehme ich mir eine Flasche mit, die ich mit Wasser fülle. Es kommt mir einfach extrem unhygienisch vor, wenn hunderte Schüler ihren Mund unter den selben verrosteten Wasserhahn halten. Aber, dass die Franzosen nicht so hygienebewusst sind wie wir Deutschen, ist mir schon öfter aufgefallen.

Das Essen

Die Zeiten sind ein wenig ungewohnt, es gibt Zuhause ein Frühstück bevor wir zur Schule gehen. Das ist aber nicht besonders reichlich (aber auch in Deutschland esse ich Zuhause nicht viel). Dann ist die nächste Mahlzeit das Mittag in der Schule. Es besteht aus:

Dieses Geschäft hatte fast 100 Leckere Eissorten im Angebot
Dieses Geschäft hatte fast 100 Leckere Eissorten im Angebot
  • Einer Vorspeise (Krautsalat oder Obst)
  • Einer Schüssel nur mit Blattsalat und ein wenig Dressing
  • Dem Hauptgericht
  • Einem Nachtisch (Joghurt, Obst o.Ä.)
  • Und einem Brötchen

Manchmal gibt es auch einen Brotaufstrich dazu. Die Franzosen essen so gut wie gar keine Soße, wenn dann Ketchup, Majo oder Senf. In einer Unterhaltung mit meinen Gasteltern hat sich ergeben, dass die Soße, so wie wir sie kennen und essen, dort als “Sauce Hollandaise” bekannt ist. Das Hauptgericht besteht meistens aus einem Stück Fleisch oder Fisch und dazu ein Gemüse.  Kartoffeln (oder auch “der Erdapfel”) gibt es nicht zu jeder Mahlzeit, sondern nur wenn die Küche entscheidet, dass es als Gemüse Kartoffel gibt. Daher kann es passieren, dass man manchmal nur Fisch und Kartoffeln (oder ein anderes Gemüse) auf dem Teller hat. Meine Gasteltern sind aber so nett und machen für mich ein wenig Soße.

Wenn wir aus der Schule kommen, essen wir meistens noch ein kleines bisschen, also ein Joghurt, Kompott oder Obst. Diese Zwischenmahlzeit scheint aber nur optional zu sein, denn eine Freundin hat mir berichtet, dass diese Malzeit bei ihr entfällt. Das Abendessen gibt es meistens gegen 20:00, manchmal auch später. Es besteht hier genau wie das Mittag aus einer warmen Mahlzeit mit Vor- und Nachspeise. Nach ein paar Tagen habe ich mich aber auch an das reichlich späte Abendessen gewöhnt.

Meine Gastfamilie hat einen, meiner Meinung nach, ziemlich dummen Streich mit mir gemacht. Im September haben viele Verwandte von meinem Austauschpartner Geburtstag. Daher kommt die ganze Familie jedes Jahr im September nach La Rochelle. In der Woche vor diesem Familientreffen sagte mein Austauschschüler zu mir “Wir essen Flip”. Flip ist ein total niedlicher Hund von der Familie Mounet und ich hab ihn total gerne. Zuerst hielt ich diese Aussage für einen Scherz, aber als seine Mitschüler auf meine “Würdest du einen Hund essen?” nicht sehr geschockt und extrem abgeneigt, wie das in Deutschland der Fall wäre, reagierten, fing ich an, dem Ganzen Glauben zu schenken. Und als seine Eltern mir das auch noch bestätigt haben, war ich ziemlich geschockt. Als ich dann das Wochenende überstanden habe und Flip noch lebt, war ich ziemlich erleichtert.

Mülltrennung

Auf einer Informationsveranstaltung zu diesem Austausch wurde uns gesagt, wenn die Franzosen zu uns kommen, sollen wir mit ihnen gnädig sein, dass sie das System unserer Mülltrennung nicht ganz verstehen, weil es in Frankreich noch “in den Kinderschuhen steckt”. Mein Austauschschüler hat aber schnell begriffen was wo in welchen Eimer kommt. Viel schwieriger ist dieses Thema für mich jetzt in Frankreich. Es gibt hier auch so etwas wie Mülltrennung, nur funktioniert das hier ganz anders. Es gibt zwei Mülleimer. Die einfache Erklärung ist zu sagen “Der eine ist für Papier der andere für den ganzen Rest”. So wurde es mir auch zum Anfang gesagt, nur kommt noch ein wenig mehr als nur Papier in den Papiereimer. Fast alles was wir in den “gelben Sack” (oder in manchen Regionen die gelbe Tonne) geben, kommt hier mit zu dem Papier. So kommen auch Plastikflaschen und Joghurtbecher dort rein. Verwundert hat mich die Tatsache, dass die Joghurt-Deckel-Papiere dort nicht rein kommen, sondern nur die Becher … keine Ahnung warum. Ebenso werden die Flaschendeckel extra sortiert, weil diese an eine Organisation gehen, die daraus Rollstühle (?) bauen.

Musik

Ich habe hier mal ein bisschen französische Musik zusammengesucht, welche hier bei den Kids und im Radio rauf und runter läuft.

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Ich habe festgestellt, dass auch deutsche Musik hier sehr bekannt ist. Zum Beispiel kannte die ganze Familie das Lied “99 Luftballons”.

Unter anderem sind auch Titel wie “Whatever” von Cro auf den Handys der französischen Schüler zu finden. Die meisten bei uns bekannten englischsprachigen Titel sind auch hier bekannt.
Wir haben uns gemeinsam das Video von “Das kleine Kücken piept” angehört, alle haben sich amüsiert wie denn die Pute klingt.

Und hier die deutsche Variante:

 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es mir hier sehr gut geht. Es sind zwar einige Dinge anders als in Deutschland, aber mit der Zeit werde ich mich schon daran gewöhnen (müssen).  Mal sehen, was ich bis zum nächsten Beitrag noch so alles erlebe. Sicher ist aber, dass es darum gehen wird, wie, wann, wo und mit wem die Bises gemacht werden. Newsletter abonnieren und Facebook-Seite (www.facebook.com/JonasOelkePhotography)  Liken, dann erfährst du es aus erster Hand.

Jonas Oelke

Jonas Oelke

Ich bin Jonas Oelke - Der Typ hinter dem Blog. Der Blog ist meine Tobewiese, alles was mich so interessiert und worüber ich schreiben möchte kommt hier zur Sprache. Das Hauptthema ist aber die Fotografie. Mehr unter "Über mich"

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