Zurück in Deutschland

Seit dem 12 Dezember bin ich nun zurück aus Frankreich. Drei Monate sind vorbei und ich habe einen ganze Menge Erfahrungen gesammelt. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Dinge noch einmal zusammen, ebenfalls soll er späteren Austauschschülern einen kleinen Einblick geben, was man in dieser Zeit alles erleben kann:

Wie bin ich zu dem Austausch gekommen ?

Die Teilnahme an diesem Austausch war schon früh sicher. Unsere Schule nimmt jedes Jahr mit einigen Schüler an dem Programm „Brigitte SAUZAY“ teil. Da ich gerne Reise und für so ziemlich alles offen bin, reizte mich die Teilnahme an einem derartigem Austausch schon etwa seit Anbeginn meiner Französischlehrzeit. In der Hoffnung, dass unsere Französischlehrerin uns rechtzeitig über das Bewerbungsverfahren in Kenntnis setzen würde, so wie es in denvoherigen Klassen auch geschehen ist, warteten wir auf weitere Informationen. Je dichter der Oktober kam, umso mehr löcherten wir unsere Lehrerin, uns bitte mit weiteren Informationen zu versorgen, denn wir wussten noch gar nichts. Bis zu dem Zeitpunkt hieß es, dass uns alles rechtzeitig  gesagt werde würden.

Also bis Freitag müsst ihr euch im Onlineportal beworben haben …

Leider  wurden wir erst zwei Tage vor Bewerbungsschluss von unserer damaligen Lehrerin darüber informiert, dass wir noch bis Freitag Zeit haben, uns mit einem Anschreiben bezüglich der Motivation für diesen Austausch und einer kurzen Vorstellung zu bewerben. Zur Krönung sollte dies auf Deutsch sowie Französisch geschehen. Wünschenswert wäre ein Plakataushang mit genauen Terminen am schwarzen Brett gewesen.

Besuch meines Austauschpartner bei uns

Nachdem wir am 27. März einen Tagesausflug mit der Familie nach Berlin gemacht haben, um zum Abend meinen Austauschschüler vom Flughafen Tegel abzuholen, ging es für ihn am Folgetag gleich zur Schule. Aufgrund seines Alters und Erfahrungen mit früheren Austauschschülern, hat die Schule schon von vornherein beschlossen ihn eine Klasse tiefer zu unterrichten.  Ich kann nicht sagen, ob diese Entscheidung förderlich für das Wohlbefinden meines Partners gewesen ist, aber ich glaube, dadurch hatte er überhaupt annähernd eines Chance, irgendetwas aus dem Unterricht mitzunehmen – zumal in Frankreichder Stoff sowieso ein wenig zurück ist.

Mein Austauschpartner hatte das Glück, dass er in einer ferienreichen Zeit nach Deutschland kam. So zum Beispiel die Osterferien, in denen wir mit ihm an der Müritz waren. Wir haben ihn in alle familiären Aktivitäten, so gut es ging eingebunden, um ihm seine Zeit in Deutschland so angenehm wie möglich zu machen.

Die Rückreise hat er nicht, wie die meisten, mit der Gruppe gemacht, sondern er wurde von seiner Familie bei uns abgeholt. Schon damals hatten wir viel Kontakt zu seinen Eltern in Frankreich, um sie bei bei der Planung ihres Trips durch Deutschland bestmöglich zu unterstützen. Durch diesen Umstand hatte ich die Möglichkeit, meine Gasteltern schon vor meiner Ankunft in Frankreich kennen zu lernen.

Die Schule – Oder doch lieber „das Gefängnis“?

Was die Schule angeht, so fühlte ich mich dort mich dort nicht wirklich wohl. Alle Schüler der Schule hatten ein Heft, den „Carnet de Correspondence“. Dieses war allein für die Kommunikation zwischen Schule und Eltern zuständig, ohne welches ich nicht vor 16:30 Uhr das Schulgelände verlassen durfte und welches jedes Mal zum Eintritt in die Sporthalle benötigt wurde. Aufgrund übermäßiger Kontrolle, durch extrem viele Aufseher und auch dem eben angesprochenen Heft fühlte ich mich in der Schule ein wenig wie in einem Gefängnis. Ebenfalls herrscht ein wenig mehr Disziplin, warum ich diese aber zu überdosiert finde, kannst du in meinem Blogbeitrag lesen, dessen Hauptthema die Schule ist: http://wp.me/p4Od7l-eG

Die Esskultur in Frankreich 

Die Vorurteile bezüglich der Essgewohnheiten welche die Deutschen gegenüber den Franzosen haben, bestätigten sich. Es gab immer Brot, wirklich zu fast jeder Mahlzeit. Selbst in der Schule gibt es immer ein Brötchen dazu. Dadurch, dass ich in der Küstenregion gelebt habe, haben wir sehr viel Meerestier gegessen. Ich bin nicht wirklich der Typ der etwas ablehnt nur weil ich es nicht kenne, daher habe ich so gut wie alles, was mir aufgetischt wurde, probiert, darunter alle möglichen Sorten an Muscheln, Krebs  und Shrimps. Auch Muscheln habe ich probiert, und ich finde, dass diese gar nicht so schlecht schmecken.

Mehr über die Esskultur in einem meiner Blogbeiträge: http://wp.me/p4Od7l-eB

Kacka machi

Die Toilettengewohnheiten in Frankreich waren eine wenig, ähm … „anders“ ist vielleicht ganz treffend. Es gibt „Toilettenarten“ die uns Deutschen vielleicht gar nicht bekannt sind. Ebenfalls ist die Klobürste entweder nur Dekoration oder gar nicht vorhanden, genauso ist einigen Franzosen der Spülknopf nicht bekannt und die Meisten halten es nicht für nötig, sich nach dem Toilettengang sich die Hände zu waschen. Wer noch mehr über die Toilettengewohnheiten in Frankreich wissen will, schaut sich am besten meinen Blogbeitrag an, in dem unter Anderem auch eine Grafik mit bekannten Toilettenarten enthalten ist: http://wp.me/p4Od7l-jn

Familie

Ich fühlte mich in meiner Gastfamilie sehr wohl. Ich wurde in  jegliche Aktivitäten, die wir unternommen haben, integriert. Es wurde unter Anderem auch auf meine Bedürfnisse eingegangen, so wurde ich zum Beispiel gefragt, was mir schmeckt und was nicht. Meine Gastmutter scheint beobachtet zu haben, wovon ich viel und gerne esse. Davon hat sie dann immer etwas mehr gekauft. Zum Anfang war es schon schwierig, sich untereinander zu verständigen, jedoch hatte mein Gastvater Deutsch und meine Gastmutter English als erste Fremdsprache. So kam es vor, dass zum Anfang ein Satz aus französischen, deutschen und englischen Wörter bestand.

Mein Gastvater arbeitet als Tierarzt und er hat mir angeboten, ihn einen Tag lang zu begleiten. Das war ein wirklich sehr cooler Tag. Er hat mit gezeigt, was er alles so auf Arbeit macht und ich durfte sogar bei mehreren Operationen dabei sein und zusehen wie er oder ein anderer Doktor das Tier operierte.

Als Deutscher in der Familie habe ich der Gastfamilie auch einige deutsche Weihnachtstraditionen gezeigt. So bekam ich mehrere Pakete von meiner Familie aus Deutschland, die vor lauter Plätzchen schon überquollen. Für die Kinder gab es auch ein kleines Nikolausgeschenk. Die Eltern waren darüber informiert, weil sie auch bei der „Geschenkberatung“ mithalfen. Ich fand es sehr nett, dass ich zum Nikolaus auch ein kleines Geschenk bekommen habe :). Insgesamt haben wir uns alle ausgesprochen gut verstanden. Ich hoffe, dass ich weiterhin mit der Familie in Kontakt bleibe, beim nächsten Urlaub in Frankreich werden wir auf jeden Fall vorbeischauen.

sprachlicher Fortschritt

Meine Fähigkeit mit den französischen Wörtern zu jonglieren, konnte ich mit diesem Austausch extrem verbessern. Auch wenn ich nicht wirklich so jemand bin, der sich dann während des ganzen Austausches von morgens bis abends mit der Sprache beschäftigt, so konnte ich in diesem drei Monaten meine Französischkenntnisse um einiges erweitern, aber mit noch einer ganzen Menge Potenzial nach oben. Wenn ich diese drei Monate noch einmal erleben könnte, so hätte ich von Anfang an ein kleines Vokabelheftchen geführt. Das ist vielleicht nicht für jeden etwas, aber da ich sehr vergesslich bin, hätte es wahrscheinlich sehr geholfen. Zum Beispiel ist es häufig vorgekommen, dass ich ein Wort nicht verstanden habe, dann habe ich gefragt was das bedeutet und noch während mir das Wort erklärt wurde, habe ich schon vergessen um welches Wort es ging.

Kritik am Programm

Ich muss ehrlich sagen, dieser dreimonatige Austausch mit knapp 70 Schülerinnen und Schüler war um Einiges besser organisiert, als manch einwöchige Klassenfahrt mit 20 Personen.  Es gab keine Probleme auf der Hin- und Rückreise und wir wurden über alle wichtigen Dinge informiert. Kurz: Es lief alles wie geschmiert. Ich wüsste nicht, was man noch besser machen könnte.

In der kommenden Zeit, möchte ich alle gesammelten Eindrücke in einem Buch festhalten. Ich werde mir das ganze als gebundene Ausgabe bestellen, für dich wird das ganze als eBook zum Download bereit stehen, wenn du dich für den Newsletter anmeldest :-). Trag dich ein und du bekommst einen Downloadlink, sobald das eBook verfügbar ist.

 

 

Jonas Oelke

Jonas Oelke

Ich bin Jonas Oelke - Der Typ hinter dem Blog. Der Blog ist meine Tobewiese, alles was mich so interessiert und worüber ich schreiben möchte kommt hier zur Sprache. Das Hauptthema ist aber die Fotografie. Mehr unter "Über mich"

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